Geburtsbericht Stöpsel

Der Geburtsbericht vom Kleinen geht ja eigentlich schon eine Woche vorher los. Also bei 39+4 als ich wegen Verdacht auf HELLP für eine Nacht ins Krankenhaus musste.

Der FA natürlich im Urlaub und die Vertretungsärztin, die mich da zum ersten Mal gesehen hat meiner Meinung nach etwas überpanisch wegen des hohen Blutdrucks aber gut. Das wäre alles ja nur halb so schlimm, aber 37° in der Klinik war genau das, was ich ja auf keinen Fall wollte wenn es nicht unbedingt sein musste.

War aber alle Aufregung umsonst und da steht die Ärztin einen Tag vorm errechneten Termin vor mir und sagt:

Also der Verdacht hat sich ja nicht bestätigt, dann können wir ja morgen die Geburt einleiten. Ich so: Äh was machen wir ? Warum denn ?

Na, Sie sind doch dann am Termin…. Äh ja uuuuund ??  Langer Rede kurzer Sinn, ich bin dann ausm KH mit Baby IM Bauch natürlich 🙂

Und so verging noch eine weitere Woche mit NICHTS – keiner Wehe niente….

Eine Woche voller Hoffnung, Bibbern, Bangen und Ausprobieren sämtlicher Methoden, um den kleinen Kerl auf natürliche Weise aus seiner 9 Monate Behausung zu locken. Wir haben den Cocktail, Globuli zur Anschubsung von Wehen, den Wehenteee, Herzerln probiert. Nichts hat geholfen. Ich wurde langsam aber sicher richtig nervös. Wollte ich doch unbedingt eine Vergleichsgeburt zur ersten haben, geht es schneller, oder langsamer, ist es leichter oder schmerzhafter.

Der Gedanke, dass ich eingeleitet werden sollte zerstörte mir einen Tag bevor ich dran sein sollte die ganze Vorfreude aufs Baby. Ich sass nur zuhause und dachte, warum kommt dieses Kind denn nicht von alleine…

Also dann am Freitag, den 21.08. den Wecker auf 7 Uhr gestellt um im Kreißsaal zu fragen, ob denn gerade ein Plätzchen für die nun bevorstehende und von mir so gefürchtete Einleitung ist.

Tja, was soll ich sagen ? Der Bub ist mein Held. Um 5 Uhr wache ich mit einem heftigen Ziehen bis in den Rücken auf und denke: Na, war das denn jetzt eine Wehe ?

10 min. später wieder so ein Ziehen und schon eine Hoffnung, oh ja, das wird was. Wieder 10 min. dann ganz sicher. Yuppie, es geht endlich endlich los. Und das von ALLEINE ! Ich bin dann ins Bad und hab vor Freude erstmal einen Luftsprung (ok ein kleiner walischer miniHüpfer) gemacht.

Eine Stunde hab ich dann Wehen veratmet, die wurden aber recht schnell ziemlich schmerzhaft. Und so haben wir kurz vor sechs unsere liebe Nachbarin zum Babysitten rübergeholt. Im Kreißsaal angekommen hab ich direkt nach dem ersten Schmerztropf gebeten, waren die Wehen doch gleich so heftig und in kurzen Abständen, dass ich kaum Zeit hatte mal ein bisschen durchzuatmen. Muttermund war da bereits auf 3 cm. Aber das wusste ich ja, der konnte beim FA bereits auf 3 cm gedehnt werden. Ich bin eine ziemlich ungeniessbare Gebärende hab ich recht schnell gemerkt :-D.

Streicheln: Ätzend.

Lustiges Plaudern des Mannes mit der Hebamme: Oberätzend  !

Kaffeetrinken vor MEINER Nase WÄHREND einer Wehe: ich spare mir meinen Wortschatz 🙂 !!!!!

Zwischendurch hab ich mich bereits dafür entschuldigt, aber ich konnte einfach nicht anders. Ich glaube man hat es mir nachgesehen….

Ich bin ja jemand, der gerne das tut was man ihm sagt, wenn es erfolgversprechend ist, aber in gewissen Positionen Wehen veratmen war schon hart an der Grenze.

Und irgendwie war da für mich zwischendurch auch überhaupt keine Zeit einmal kurz durchzuatmen.

Recht schnell war dann aber trotzdem der Mumu auf 7 cm und die Hebamme meinte, sie würde dann mal die Fruchtblase öffnen.

Ja nix dagegen dachte ich, dann gehts bestimmt schnell weiter. Und kaum war sie auf war ich auch direkt bei 9 cm und die ersten Presswehen setzten ein.

Aber irgendwie waren die nicht so doll wie bei meiner ersten Geburt. Und obwohl es dann recht schnell ging hatte ich das Gefühl es würde ewig dauern. Mein Ohr wartete die ganze Zeit auf den Satz „Ein Arzt zur Geburt bitte“ und der kam und kam nicht. Ich glaub ich hab den Namen der Hebamme zu diesem Zeitpunkt 300 mal gesagt… „Judith, Judith, Juuuuudiiiiiith….. Irgendwo hatte ich mal gelesen, wenn man jemand mit Namen anspricht fühlt er sich verantwortlicher und mehr in die Situation einbezogen. Ja klar Iris, weil Dir ja auch jemand beim Pressen helfen kann … Aber gedacht hab ich wahrscheinlich überhaupt nix mehr. Ich wollte einfach nur das Kind da rausbekommen und Judith war für mich die einzige kompetente Person im Raum außer mir 😉

Ja und dann kam der Kopf und keine Wehe mehr. Das war vielleicht gruselig. Mein Kopf war aber irgendwie wie in Watte und total konzentriert und ich hab nur mitbekommen, dass irgendwas um mich rum passiert. Eine herbeieilende Azubine drückte dann über den Bauch mit und half eine Wehe anzuschubsen und dann war der kleine Schatz endlich um 9.26 Uhr geboren. Er war wohl mit der Schulter etwas stecken geblieben und so schnappten sie ihn und brachten ihn zum Sauerstoff. Da lag ich jetzt wie ein Käfer, hatte kein Baby aufm Arm, hatte keine Ahnung ob alles in Ordnung war und dann liefen erstmal die Tränen. Nach 3 Minuten brachten sie ihn mir (3 Minuten können eine halbe Ewigkeit sein) und nachdem mir der Kinderarzt versicherte, es sei alles in Ordnung – ja da war unser kleines Glück perfekt und ich konnte unseren Jüngsten im Arm halten und knuddeln.

 

Demnächst gibt es vielleicht noch einen Artikel darüber, wie gleich doch eine Mädchen und Jungenschwangerschaft sein kann….. (die Zeit für die ganze Texterei ist ja doch momentan ziemlich eingeschränkt und abends sind die Augen so schlecht, dass ich mit Buchstaben nix mehr am Hut haben will )

Eure Iris

 

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